Kitty und die große Welt

Romy Schneider – am 29. Mai 2012 jährt sich zum 30. Mal ihr Todestag. Eine Frau, die uns dennoch vertraut geblieben ist. Wir haben mit ihr gelebt, geliebt und gelacht. Zur Erinnerung an den unvergessenen Star der noch immer von Millionen bewundert wird erscheint nun erstmals ein Film auf DVD, der schon vor Jahrzehnten im Orkus des Vergessens versank.

"Kitty und die große Welt" gilt bis heute als seltenster aller Romy Schneider Filme. Die Komödie mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm war in der Absicht besetzt worden, das seit „Sissi“ proklamierte neue Traumpaar des deutschen Films auch außerhalb des Wiener Kaiserhofs zu etablieren. Der Farbfilm entstand 1956 unter der Regie von Alfred Weidenmann. Nach langer intensiver Suche ist es jetzt traurige Gewissheit geworden, dass jegliches Original-Filmmaterial unwiederbringlich zerstört ist. Im Jahre 2010 konnte jedoch mit Hilfe einer alten Programmzeitschrift eine Fernsehausstrahlung von "Kitty und die große Welt" nachgewiesen werden. Diese einmalige Ausstrahlung erfolgte 1966 über das damals noch junge Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF). Da es zu jener Zeit in der BR Deutschland noch kein Farbfernsehen gab, wurde das Sendeband allerdings nur in schwarz-weiß angefertigt.

Vermutlich aus rechtlichen Gründen wurde diese Sendekopie nach der Ausstrahlung unter Verschluss gehalten. Nun steht aufgrund einer gründlichen Recherche fest, dass genau diese Kopie glücklicherweise in den Archiven des Senders erhalten geblieben ist. Jahrzehnte später ermöglicht jetzt das freigegebene Archivmaterial, eine erstmalige Veröffentlichung des Films auf einem Bildtonträger. Ein lang gehegter Wunsch aller Romy-Fans geht damit in Erfüllung! Für die bevorstehende DVD-Veröffentlichung von "Kitty und die große Welt" ist das Filmmaterial bereits aufwendig digital restauriert worden.
Neben zahlreichen, größtenteils bislang unveröffentlichten Szenenfotos, enthält die DVD noch insgesamt vier sehr seltene Tonaufnahmen aus den 50er-Jahren mit Romy Schneider.
Wenn auch Sie das Projekt unterstützen möchten, dann haben Sie jetzt die Gelegenheit: Im Rahmen der DVD-Erstveröffentlichung von "Kitty und die große Welt" bieten wir allen Interessenten ab sofort die Möglichkeit, die DVD vorab per Vorkasse zum Preis von 14,99 EUR (innerhalb Deutschlands versandkostenfrei) direkt über uns zu bestellen.
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Es ist nicht vorbei

Der Titel bringt das Thema des Films auf den Punkt: "Es ist nicht vorbei". Körperliche und, noch mehr, seelisch erlittene Pein lassen sich nicht verdrängen. Die Wunden der Vergangenheit wollen aufgearbeitet sein, bevor sie sich schließen können, auch wenn Narben zurück bleiben. Findet eine solche Aufarbeitung nicht statt, brechen sie immer wieder auf, verfolgen sie die Leidtragenden lebenslang. Die Not traumatisierter Opfer ist gegenwärtig erneut Gegenstand intensiver gesellschaftlicher Debatten, sei es bei den vielen Fällen sexuellen Missbrauchs oder bei den jungen kriegstraumageschädigten Soldaten. Dabei ist es immer wieder dieselbe Grunderfahrung, dasselbe Muster, von dem die Betroffenen berichten: "Es ist nicht vorbei" – im Kopf gehen die Qualen weiter, im Körper zittern sie unaufhörlich nach.

So auch in der Geschichte, die unser Film erzählt – eine Geschichte zugleich über ein dunkles Kapitel der jüngeren deutschen Vergangenheit. Die Hauptperson, Carola Weber, erleidet einen schweren Schock, als ihr Mann sie seinem neuen Krankenhauskollegen vorstellt. Vor ihr steht jener Arzt, der sie während ihrer Haftzeit in Hoheneck, dem größten Frauengefängnis der DDR, mit Psychopharmaka sedierte und mitverantwortlich wurde, dass sie bei der Gefängnisarbeit am Band zwei Finger verlor. Ihre Karriere als Pianistin war damit für immer zerstört. Als sie ihm nun wiederbegegnet, lässt sie nichts unversucht, dem Arzt seine Verstrickungen nachzuweisen. Familie, Beruf, Glück – sie setzt alles aufs Spiel, um ihr Leben von dem Schatten der einschneidenden Erlebnisse und dem erlittenen Trauma zu befreien. Anja Kling, Ulrich Noethen und Tobias Oertel spielen mit hoher Intensität in diesem genau recherchierten und beklemmend einfühlsam erzählten Film.

Seit Anfang der 50er Jahre bis 1989 waren rund 8.000 Frauen aus politischen Gründen auf Hoheneck unter menschenunwürdigen Bedingungen in Haft. Eine Dokumentation von Kristin Derfler, die auch das Drehbuch zu "Es ist nicht vorbei" schrieb, im Anschluss an den Fernsehfilm beleuchtet die historischen Hintergründe. Viele der ehemals Inhaftierten leiden noch immer an den psychischen Spätfolgen. Bis heute warten sie auf Gerechtigkeit, Anerkennung oder mindestens eine offizielle Entschuldigung. Einige, die Klage erhoben haben, wurden selbst bedroht; viele Verfahren verliefen im Sande oder waren verjährt. Gerade bei den Verjährungsfristen setzt die Kritik der Opferverbände an. Auch unser Film fragt danach, ob es mit unserem Rechtsempfinden und unserem Selbstverständnis als einer offenen, modernen, das heißt, am Individuum als höchstem, unantastbaren Gut ausgerichteten Gesellschaft vereinbar ist, bei derart schweren Verbrechen die in etlichen Fällen frei herumlaufenden Täter ungestraft davonkommen zu lassen.
Volker Herres - Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen
Der Text ist mit freundlicher Genehmigung dem Presseheft zum Film entnommen, herausgeben von der ARD-Programmdirektion.
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